Während ich diese Zeilen über die, meiner Ansicht nach, 2. Etappe von Montag bis Donnerstag Abend schreibe, ist es bereits dieser besagte Donnerstag. Ich sitze in meinem Campingstuhl am knisternden Lagerfeuer, genieße den ein oder anderen Becher Wein und bin zum ersten Mal wieder richtig entspannt, ja geradezu sorgenfrei. Doch möchte ich dir nicht das Ende vorwegnehmen und fange dort an, wo es begann. Am…

3. Tag, Montag der 10. September 2018 – ein ganz normaler Tag

Käffchen on the beach!

Nach einer sehr angenehmen Nacht am Waldrand – und das wohl erste mal, dass ich im Zelt nur in Boxershort schlafen konnte, ohne zu frieren – setzte ich mich noch ein wenig mit Woody an den Strand und genoß meinen Morgenkaffee. All zu lange wollte ich jedoch nich verweilen, da ich ja eigentlich plante an meinem gesteckten Ziel von ca. 50km pro Tag festzuhalten. Wie sich später herausstellen sollte, würde ich davon weit entfernt bleiben. Um 11 Uhr, nach einigen Scheiben Brot mit Nutella oder Käse, brachen wir auf. Aufbrechen hieß hier erstmal, dass ich zuerst den Anhänger und anschließend mein Fahrrad einen steilen Kiesweg zurück auf die Strecke bringen musste. Oben angekommen, bot ich meinem Fahrrad eine Generalinspektion und stellte fest, dass die Bremse vorne etwas schleifte. Keine all zu große Sache, damit hab ich während meiner Rhein-tour ja ausführlich Erfahrung sammeln können. Die Bremse neue eingestellt, die Reifen einmal nachgepumpt, den Stuhl mit ein paar weiteren Kabelbindern am Anhänger festgemacht, ging es nach gut einer Stunde endlich los.

 

atemberaubender Strand

Etwa fünf Kilometer später hielten wir an um ein paar Pferden Hallo zu sagen, die auf uns angetrabt kamen. Ich gab ihnen einen Apfel, den sie mir dankend aus der Hand fraßen. Ein paar Streicheleinheiten später, erblickte ich auf der gegenüberliegenden Seite der Koppel einen wunderschönen Strand. Eigentlich perfekt zum schwimmen! Und dennoch war Woody der einzige, der sich ins kühle nass wagte. Wir saßen ein paar Minuten am Strand, genoßen den Ausblick und es machte sich ein allseitsbekannter Gedanke in meinem Kopf breit: Ich hab doch alle Zeit der Welt. Natürlich habe ich sie nicht. Selbst, wenn ich nicht in 4 Wochen wieder zu Hause vom Alltag verschlungen werden würde, hätte ich sie nicht. Und dennoch fühlt es sich so an.

auf und ab

Nach weiteren 10 Kilometern, waren wir ein wenig erschöpft und wollten eine Pause einlegen. Die vielen kleinen Steigungen machen mir ganz schön zu schaffen, hatte ich doch insgesamt auf mehr ebene Strecke gehofft. Das genaue Gegenteil zeigte sich jedoch: Nach einem Kilometer bergab, ging es wieder mindestens genau so lange bergauf. Ich rede hier natürlch nicht vom Kilimanjaro oder den Alpen. Für Woody und mich, sowie das hinterher zu schleifende Gepäck, waren selbst kleinste Steigungen oder unebene Straßen & Wege eine Herausforderung.

das Nickerchen hat er sich verdient

Während ich uns ein geeignetes Schlafplätzchen suchte, machte Woody es sich neben dem Fahrrad auf dem Rasen bequem und schlummerte etwas. Wie so häufig zuckte er hier und da mit den Beinchen und grummelte vor sich hin, als könnte er gar nicht genug vom laufen bekommen. Mir war mittlerweile klar, dass es für die angesetzten 50 Kilometer nicht reichen würde. Aber, warum auch! Wir waren in der Natur, im Freien, voll und ganz unter uns. Mehr brauchen wir doch eigentlich gar nicht, oder? Ich fand einen geeigneten Platz in der Nähe, weitere 15 Kilometer entfernt.

der Shelter am Slivsø

Nachdem ich Woody geweckt und alles wieder verpackt hatte, machten wir uns auf den Weg. Leider setzte kurz nach dem Aufbruch der Regen ein, der nur auf uns gewartet zu haben schien. Bis zu unserer Ankunft am besagten Platz, lies er einfach nicht locker. Kaum waren wir jedoch angekommen, lies die Sonne sich natürlich nochmal blicken. Pünktlich zum Aufbauen und Verstauen sozusagen. Es sollte die erste Übernachtung für uns in einem richtigen „Shelter“ werden und somit war auch Woody anzumerken, dass er sichtlich aufgeregt und verdutzt über dieses neue Holzzelt war. Um uns gegen Regen, Wind und Kälte etwas zu schützen, spannte ich das Zelt vor die Öffnung, was gleichzeitig dazu diente, das Zelt etwas trocknen und lüften zu lassen. Den weiteren Abend über habe ich sehr viel an meinem ersten Beitrag über die Tour geschrieben und natürlich mit Woody geschmust. Insgesamt hatten wir anschließend eine angenehme, wenn auch nicht ganz so warme Nacht und waren gespannt auf den morgigen Tag.

Statt den geplanten 50, haben wir allerdings nur etwa 28 Kilometer geschafft. Strava, die App, mit der ich meine Route aufzeichne, hatte wohl leider vergessen die letzten Kilometer aufzuzeichen, sodass der Endpunkt auf der Route, die ihr hier sehen könnt, nicht unser eigentlicher Zielpunkt war. Im nächsten Foto, am Ende des Folgetages, könnt ihr jedoch den Startpunkt sehen, was natürlich der eigentliche Endpunkt des Heutigen Tages war: der Shelter am Slivsø (etwa 5km nord-westlich).

die nicht ganz komplette Strecke

Tag 4, Dienstag der 11. September 2018 – Regen, Regen & noch mehr Regen

warten, warten, warten…

Dienstag begann für uns leider nicht so toll. Um 9 Uhr wurden wir vom Regen geweckt, der laut der dänischen Regenapp „Byvejret“ um 13 Uhr aufhören sollte. Leider war dem nicht so, sodass ich beschloss den Blogbeitrag über die erste Etappe fertig zu schreiben und zu veröffentlichen. Nachdem ich mir dann insgesamt zweimal Pasta mit Tomatesauce auf einer Stahlplatte im Shelter gekocht hatte, wurde ich gegen 14 Uhr etwas ungeduldig. Ich beschloss unsere Sachen zu packen um beim ersten Anschein schwächer werdenden Regens losfahren zu können.

voll bepackt gehts weiter!

Um 15 Uhr war es dann soweit. Ich wollte nicht mehr warten und auch Woody schien sichtlich den Drang zu verspüren, irgendetwas machen zu wollen – bloß nicht weiter rumliegen! Ich suchte uns einen Shelter mit Hilfe einer Website für Shelter und wir fuhren los. Orby Hage sollte es werden. Dort waren zwei Shelter aufgezeigt, wovon der eine direkt am Meer zu sein schien. Da der Regen während der gesamten Fahrt anhielt, sind wir die 28 Kilometer mit nur einem kleinen Boxenstop in Haldersleben, um Vorräte aufzufüllen, durchgefahren.

In Orby Hage angekommen, mussten wir mit Schrecken feststellen, dass es den besagten Shelter gar nicht gibt. Was nun? Umkehren? Den einen Campingplatz direkt an der Straße nehmen, der nicht so gemütlich aussah? Schaun wir mal! Vielleicht finden wir n hübsches Plätzchen!, sagte ich zu Woody und wir fuhren näher in Richtung Küste. Plötzlich bemerkte ich, dass der Anhänger hinten einen Platten hat. Das hat grade noch gefehlt. Shitwetter, platter Reifen und kein Shelter in Sicht. Wir stellten uns unter einen Baum und ich begann den Reifen zu flicken. Zudem bemerkte ich, dass ich wohl die falsche Box Flickzeug eingepackt hatte, da in dieser nurnoch ein einziger Flicken vorhanden war. Das sollte also hoffentlich erstmal der letzte platte bleiben! Den Reifen geflickt, ging es recht schnell weiter.

wildcamping deluxe

Am Ende eines Weges, der auf ein Privatgrundstück mündete, fanden wir einen kleinen Bootsanlegeplatz mit Bänken und tollem Ausblick. Ein bisschen Risiko gehört eben dazu!, dachte ich mir und verstaute alles im schnell aufgebauten Zelt. Bei unserer Ankunft hatte es natürlich wieder aufgehört zu Regnen. Karma? Da ich mir kein neues Wasser besorgt und nur noch ca. 2 Liter für Woody und mich hatte, beschloss ich mir ein paar Brote zu schmieren. Wir saßen noch etwas am Steg, lauschten dem Wind durch das hohe Gras pfeifen zu und genossen den Augenblick. Um 20:00 Uhr dann war ich so müde, dass ich die Flasche Wein, die ich zuvor gekauft hatte, nicht mehr öffnen wollte, sondern direkt mit Woody ins Zelt ging. Mir war natürlich klar, dass es an diesem Ort nur vor Mücken sow immeln musste. Daher hatte ich prompt meine Mückenarmbänder ausgepackt, die ihre Sache gar nicht so schlecht machten. Nur drei Stiche konnte ich während des Abends zählen, was bis zum nächsten Morgen nicht mehr werden sollte.

Um Mitternacht gingen Woody und ich kurz raus, um ein wenig den animalischen Bedürfnissen Folge zu leisten. Was uns dort bot war ein unglaublicher Anblick. Sterne soweit das Auge reicht. So klar & deutlich, so hell & leuchtend habe ich es das letzte mal in Australien vor mittlerweile sieben Jahren sehen können. Ich hielt ein paar Minuten inne, ging auf den Steg und schaut gen Himmel. Einfach Wahnsinn. Gerne hätte ich hiervon ein Foto gemacht, aber wie du mittlerweile weißt, besitze ich lediglich ein ziemlich einfaches Smartphone, was für solch extravagante Aufnahmen nicht konzipiert wurde. Es fühlte sich so an, als würde ich mitten in diesen Sternen stehen, nach ihnen greifen können und nicht tausende von Lichtjahren entfernt sein. Das ist definitiv ein gelunger Tagesabschluss und macht das Regenwetter von Heute wett! Gerne mehr davon!, dachte ich laut und folgte dem bereits wieder ins Zelt geschlüpften Woody zurück in unsere Höhle.

die Strecke von Dienstag – es wird flacher

Tag 5, Mittwoch der 12. September 2018 – Lesen sollte man können…

Guten Morgen, Welt!

Guten Morgen! Um halb 6 morgens waren wir wach. So wach und voller Energie von dem eher ereignislosem Tag zuvor, dass wir am liebsten sofort losfahren wollten. Nichts desto trotz liesen wir uns natürlich ein wenig Zeit und setzten uns noch einmal auf den Steg. Die Sonne konnte man gerade hinter der dichten Wolkenwand aufgehen sehen, während ich genüsslich meinen Kaffee trank und Woody im Arm hielt. Nach etwa einer Stunde faulenzen packte ich die Sachen zusammen, sodass wir um 8 Uhr abfahrbereit waren. Dachte ich zumindest… Wenn da nicht dieser platte Reifen gewesen wäre.

Platti – Klappe, die zweite

Shit! Was nun? Zurück nach Haldersleben zum Bikeshop, oder auf gut Glück weiter richtung Norden? Der Fahrradshop, an dem ich auf meinem Weg zu diesem Spot vorbeikam, war knapp 10 Kilometer entfernt. Ich entschied mich also für die zweite Lösung und hoffte auf einen Laden mit Flickzeug. Nach ebenfalls etwa 10 Kilometern kam ich in eine kleine Stadt, deren Mini-Laden tatsächlich Fahrradflicken verkaufte. Die Besitzerin erlaubte mir sogar, dass wir uns unter einem Carport gegen den mal wieder auftretenden Regen schützen durften, lieh mir einen Eimer Wasser und schenkte mir ein Cuttermesser, als ich nach einer Schere fragte. Der Reifen war natürlich wieder schnell geflickt und ich hoffte, dass es diesmal auch so bleiben würde. Auch den Campingstuhl, den ich zuvor hinter den Anhänger gebunden hatte, habe ich endlich losmachen können, da dieser immer wieder über den Boden geschliffen hat. Als es eine Stunde später zumindest etwas weniger regnete, fuhren wir weiter, nicht jedoch ohne mich noch einmal zu verabschieden und mich für die Hilfe zu bedanken.

Regen, Pausen – Regenpausen

ein Bäumchen, ein Rädchen, ein Hündchen, ein Menschchen

Während den weiteren 25 Kilometer nach Kolding, die nächst größere Stadt, die ich hinter mir lassen wollte, wurden wir immer wieder von starken Schauern überrascht, die uns zum Pausieren zwangen. Hier und da fanden wir allerdings ganz geeignete Plätzchen für uns, um die Zeit ein wenig verweilen zu lassen.

ein wildes Woody greift an!

Wir legten jedoch auch gewollte Pausen ein, wie z.B. in Heijlsminde, wo ein riesiger, toller & menschenleerer Sandstrand vor uns lag, den ich Woody natürlich nicht vorenthalten wollte. Hier würde ich wohl auch mein Zelt aufschlagen!, aber nein! Heut geht es mindestens bis Kolding! Dennoch blieben wir hier einige Zeit, machten ein paar Schnappschüsse und tobten ein wenig im Sand, besser gesagt: Woody rekelte und wetzte sich durch den Sand.

die Aussicht vom Strand in Heijlsminde

In, bzw. kurz vor Kolding angekommen, wurde uns ein atemberaubender Anblick geboten. Wir bogen von der Straße zu einer kleine Wiese ab, von der man aus einiger Entfernung schon Bänke stehen sah. Dort erblickten wir dann die herrliche Küste und einen tollen Ausblick auf die Bucht von Kolding, sowie einen kleinen Hafen. Kurz nach unserer Ankunft kamen zwei Männer, mit denen ich direkt ins Gespräch kam. Sie wollten eine neue Drohne testen und fragten mich, ob sie sich dazu setzen dürften. Na klar! Setzt euch! Gesagt, getan, saßen sie mit ihrem kleinen Hündchen neben Woody & mir und fingen an ihre Drohne auszupacken. Während den summenden Geräuschen der Drohne, komischen Winkbewegungen, die sie zur Drohne hin machten, um wohl neue Funktionen zu testen, plauderten wir ein wenig über unsere bisherige Tour und die gesammelten Erfahrungen. Es war nett, sich mit ihnen zu unterhalten und sich etwas Austauschen zu können. Nach etwa einer Stunde, es war mittlerweile 15:00 Uhr, wollte ich mich auf den Weg in die Stadt wagen um einen Bike-Shop zu finden, da meine Fahrradpumpe beim ständigen aufpumpen nun vollends gebrochen war. Schon vorher war sie etwas lädiert gewesen, doch jetzt ist es Zeit für ihren wohlverdienten Ruhestand – im Mülleimer von Kolding.

der Strand vor Kolding
Sonne, Rasen, Shelter! Was will man mehr?

Um 16 Uhr, die Taschen wieder gefüllt mit neuem Proviant und einer neuen Fahrradpumpe, ging es weiter zum Shelter, den ich für uns ausgesucht hatte. Fünf Kilometer an einer Hauptstraße entlang, deren im Stau stehende Autofahrer uns immer wieder verdutzt anschauten. Der Gestank nach Stadt, Diesel, Benzin & Kohle war unerträglich, sodass ich sehr froh war, als ich endlich in eine kleinere Straße abbiegen konnte. Am Shelter angekommen, war ich mir erst nicht so recht klar, ob dies wirklich der Ort ist, da er sich in einem Garten eines Hauses befand. Es schien niemand da zu sein und etwas Shelterähnliches war nicht zu entdecken, also schob ich mein Fahrrad auf den Rasen und fing an auszupacken.

eine Bank mit Zusatzfunktion

Nach ein paar Minuten kam wohl der Besitzer nach Hause und schien sichtlich verdutzt mich zu sehen. Mit seinem kleinen Sohn Björk auf dem Arm und der etwas größeren, aber immer noch kleinen Sue neben sich, kam er über den Rasen zu uns rüber geschlendert. Während Woody seiner Katze hinterherflitzte, die er aber nicht erwischte und mit Sicherheit nur mal eben beschnuppern wollte, fragte er mich, was ich hier tun würde. Ich erzählte ihm, dass ich diesen Shelter über meine App gefunden habe und fragte ihn, ob das nicht korrekt wäre. Kurz und knapp: in der Beschreibung des Shelters stand, dass man sich vorher anmelden müsse, da es sich eben um einen privaten Unterschlupf handelt. Das habe ich wohl überlesen und war natürlich peinlich berührt. Er erlaubte uns dennoch die Nacht über in seinem Garten zu bleiben und zeigte mir alles. Der Hund muss aber angeleint bleiben!, fügte er am Ende hinzu, was ich natürlich einwilligte. Schade für Woody, aber bevor wir wieder abhauen müssen…

Während Sue immer wieder über die kleine Kletterwand flitzte und Björk Woody mit großen Augen anstarrte, erzählte Andreas (Seinen richtigen Namen habe ich leider vergessen – ich muss mir das wirklich dringend eher notieren!), dass er selbst früher gerne viel Fahrrad gefahren ist. Vor zehn Jahren ist er mit seinem Bruder einmal bis nach Paris gefahren und hat, genau wie ich es vor habe, Jütland umfahren. Mittlerweile hat Andreas allerdings 2 Katzen, 2 Pferde, 2 Kinder und einen Full-time-Job, den es ihm nicht mehr erlauben einfach wegzufahren. Es gibt sicher unangenehmere Leben zu leben, denke ich mir. Zu guter Letzt fügte er noch hinzu, dass er 20 Kronen dafür nimmt, wenn man seinen Shelter benutzen möchte. Ich gab ihm einen 5-Euro Schein, den er zum Glück akzeptierte, da ich leider keine Kronen mehr hatte. Nachdem ich Woody an eine Stütze des Shelters angebunden hatte, baute ich unsere Abendbrot-Station an der Feuerstelle auf. Und dennoch, auch an diesem Abend war ich einfach zu müde, um mit einem Gläschen Wein am Feuer zu sitzen und am Blog zu schreiben. Morgen! Bestimmt!, sagte ich mir und nach ein bisschen Nudeln mit Tomatensauce, Käse und Thunfisch, sowie den restlichen Thunfisch mit Käse bepackt auf Tuc-Keksen, legten wir uns in unsere Koje und schliefen just ein. Ich erinnere mich noch genau woran ich beim einschlafen gedacht habe…

Wie lange hält sich eigentlich offener Käse und offene Tomatensauce, wenn sie nicht im Kühlschrank sind…?

die Strecke von Mittwoch – gar nicht mal so schlecht!

Tag 6, Donnerstag der 13. September 2018 – Aufwärts!

Brrrrrrr….. Kalt! Um 4 Uhr waren die Augen offen und mein ganzer Körper zitterte. Es war A****kalt! Ich musste dennoch mal für kleine Kais und entschloss mich der Kälte zu trotzen und rauszugehen. Oh mein Gott! Was für ein wahnsinns Himmel! Ich war überwältigt. Für eine Sekunde hatte ich glatt vergessen, wie kalt es ist. Genau wie eine Nacht zuvor war es ein atemberaubender Anblick auf die Sterne. Trotzdem! Es ist kalt! Also ging ich schnell wieder zurück und mümmelte mich in meinen Sommerschlafsack, in der Hoffnung, doch etwas Wärme zu finden. Leider vergebens.

die Sonne lacht

Als wir dann um 9 Uhr aufstanden war es zwar immer noch ziemlich kalt, aber man konnte die Sonne schon scheinen sehen. Endlich mal kein Regen!, war mein erster Gedanke und ich knuddelte Woody, der daraufhin ganz verdutzt guckte. Nicht, dass ich ihn zu Hause nich knuddel, ganz im Gegenteil! Jeden morgen vor dem Aufstehen kommt er in mein Bett gekrochen, holt sich seine Streicheleinheiten ab und rollt sich einmal von links nach rechts über das gesamte Bett.

Frühstück!

Während ich alles für unser Frühstück vorbereitete, merkte ich jedoch, dass die verregneten Tage, sowie die ungemütlich kalte letzte Nacht ein wenig an meinen Kräften gezehrt hatte. Woody hatte wohl genau das gleiche Gefühl, da er seine Futterschale nur halb leerte. Ich beschloss es heute etwas langsamer angehen zu lassen und saß noch ein wenig schmusend mit Woody am Tisch in der Sonne. Gegen 11 Uhr packte ich dann alles zusammen und nur eine halbe Stunde später waren wir startbereit. Dachte ich zumindest… Mr. Platti hatte mal wieder keine Lust auf Fahrradfahren und somit musste ich während des einsetzenden Regens ein neues Loch flicken. Bevor es dann endlich los ging, suchte ich uns ein Ziel in der Nähe aus.

Irgendwo an die Küste! Wieder raus aus dem Land, ab zum Meer! Fredericia!

Um 12 Uhr ging es dann trotz Regen los, der allerdings zum Glück nach 10 Kilometern aufhörte und der Sonne mehr und mehr Platz machte. Das trug zwar nichts zu der sehr tristen, 25 Kilometer langen Hauptstraße bei, die wir langfahren musste und sogar als „Ostseeradroute“ ausgeschildert war, aber immerhin war es trocken. Am Stadtrand von Fredericia angekommen, sah ich einen Pet-Shop und beschloss Woody neues Futter zu kaufen. Vielleicht frisst er dann wieder richtig! Auch die Tage zuvor hat er schon sehr widerwillig und nur mit Tricks sein normales Futter fressen wollen. Das restliche alte Futter schmiss ich direkt vor Ort weg, um nicht unnötigen Ballast mitschleppen zu müssen. Ich bot Woody direkt ein Stück vom neuen Futter an, was er leider ebenfalls nicht fressen wollte. Sorgen machten sich breit. Fünf Kilometer vor unserem Zielort hatte Platti wohl wieder keine Lust mehr. Diesmal wollte ich ihn allerdings nicht noch einmal flicken und pumpte in lediglich auf, so gut es ging. Irgendwie hat es dann auch mit Ach und Krach geklappt, obwohl er nach einem Kilometer wieder platt war.

die Strecke von Donnerstag – viel Sonne, wenig Land

Am Shelter, 10 Kilometer hinter Fredericia angekommen, fanden wir einen grünen Platz, umrandet von Bäumen & Büschen, zwei Shelter-Hütten, sowie wiehernden & galoppierenden Pferden nebenan. Woody war ganz fasziniert von den Geräuschen der großen Nachbarn und ein kleines Kätzchen wollte anscheinend sehen, wer denn da zu ihr in die Nachbarschaft geradelt war.

Hier können wir erstmal relaxen, uns erholen und die kommenden Tage auf uns zukommen lassen.

der Shelter in Trelde

Was an dem Abend sonst noch passiert ist und was der Westen damit zu tun hat, erfahrst du in meinem nächsten Beitrag, denn ab hier beginnt…

Etappe 3 – Vorwärts durch Stillstand


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