Ein Brief von Woodstock

Dies ist eine Hommage an Woodstock, aber auch an generell alle Haustiere dieser Welt, die uns stetig begleiten und nur ein Bruchteil der menschlichen Lebenszeit an unserer Seite erleben dürfen. Wie gerne hätten wir es, dass unser Hund, unsere Katze, unser Begleiter und Lebensmiterfüller uns länger erhalten bleibt, als die so häufig nur 10 bis 15 Jahre. Für Woodstock, der vor kurzem sein fünftes Lebensjahr erreicht hat, ist bereits ein großer Teil, wahrscheinlich mehr als ein Drittel, seiner Zeit vorbeigeschritten. Im Juni 2015 haben meine damalige Freundin und ich entschlossen, uns einen Hund zu zulegen, der eher zu uns, als wir zu ihm kamen. Seit Juli 2017 leben Woody und ich alleine – nicht wirklich alleine, da wir in einer 2-er WG wohnen – und ich genieße jeden einzelnen Augenblick mit ihm. Einst hatte ich am Kühlschrank einen wunderschönen und sehr berührenden Text ausgedruckt hängen, der mir seitdem immer in Erinnerung geblieben ist. Wie er genau lautete, weiß ich nicht mehr, jedoch versuche ich im Folgenden den Sinn und Gehalt so wiederzugeben, wie ich ihn in Erinnerung habe und versuche ihn dabei etwas zu dichten.

Lieber Mensch,

Ich möcht kein‘ goldenen Käfig, 
schon gar nicht alleine sein,
die begrenzte Zeit, die mir bleibt,
will ich mit dir verweiln.

Lass uns zusammen nach draußen,
Bekanntschaften machen,
die Gegend beschnuppern,
ganz viel zusammen lachen!

Ständig nur drin sein,
das brauche ich nicht.
Denk an die Zeit!
Sie ist so wertvoll für mich.

Ich habe nicht viel davon
– 10, 15, vielleicht 20 Jahr‘ –
drum verbring sie mit mir,
nicht nur mit deiner Menschenschar.

Ich kann leider nicht sprechen,
keine Sprache der Welt,
doch kann ich an deinem Tonfall erkennen,
was du von mir hälst.

Wenn du schreist und schimpfst,
zieh ich mich zurück.
Hab ich was falsch gemacht?
Bring ich dir Unglück?

Wenn du mich lobst und liebkost,
– das merk ich sofort –
dann geht es mir gut,
da braucht es kein Wort!

Auch wenn ich nicht rede,
versuch mich zu versteh‘n.
Mein Körper spricht mit dir,
du brauchst nur hinzuseh‘n.

Ich will von dir lernen,
wissen was du magst.
Welche Hobbies du hast
und was du nicht wagst.

Erzähl Geschichten von dir,
ich höre dem zu,
leg meinen Kopf ab bei dir,
für mich zählst nur du.

In Liebe
Dein Hund

 

Während ich diese Zeilen geschrieben habe, sitze ich in Trelde, Dänemark an einem Shelterplatz und denke über meine bisherige Tour durch Jütland nach. Woody hatte seit einigen Tagen bereits Probleme, wollte einfach nicht fressen und auch sonst nicht so hin- und herspringen, wie er es sonst so tut. Ich denke, dass er mir irgendetwas mitzuteilen versucht, sodass ich beschlossen habe am kommenden Montag, in zwei Tagen, zum Tierarzt nach Fredericia zu fahren, um in durchchecken zu lassen. Er steht bei mir an erster Stelle und sollte es dazu kommen, dass er etwas ernstes hat, oder es für ihn besser wäre Ruhe zu haben, werde ich unsere Tour ohne zu zögern abbrechen. Dabei würde ich auch keine Träne über die nicht gesehene Nordspitze Jütlands, der evtl. entspanntesten Stadt der Welt – Aarhus – und der Westküste vergießen.

Ich freue mich natürlich wieder über jeden Kommentar, jede Nachricht und jedes Teilen oder Liken dieses Beitrags. Schreibt mir eure Fragen, Motivationen, Inspirationen – alles was euch hierzu oder zu ähnlichen Themen in den Sinn kommt.

Euer Woody & Kai

4 Gedanken zu „Ein Brief von Woodstock

    1. Vielen Dank für deine Wünsche! Ich hoffe sehr, dass es ihm bald besser geht. Er bekommt nun die nächsten 5 Tage Medikamente für den Magen und Schmerzmittel.
      Lg Kai

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